Kooperation mit Fraunhofer

Kooperation mit Fraunhofer

Die Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft ist auf Grund ihrer Ausrichtung auf angewandte Forschung von besonderem Interesse. Im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation haben die Max-Planck-Gesellschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Kooperationen gezielt in fachlichen und übergreifenden Bereichen fortgeführt und vertieft. Seit 2005 sind an der Schnittstelle zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung zahlreiche Projekte identifiziert und in die F?rderung aufgenommen worden. Sie stammen aus den Bereichen Informatik, Materialwissenschaften/Nanotechnologie und Biotechnologie sowie den Regenerativen Energien und der Photonik. Ziel ist es, durch diese Kooperationen die in der Grundlagenforschung gewonnenen Erkenntnisse zur Anwendung zu führen und damit einen direkten Beitrag zur Entwicklung neuer Technologien zu leisten.


eBioCO2n – Herstellung von Spezialchemikalien durch stromgetriebene CO2-Konversion

Erd?l ist für die chemische Industrie immer noch der wichtigste Rohstoff. Aus ihm erzeugt sie Kunststoffe, Farben und Bausteine von Medikamenten. Zumindest einen Teil des fossilen Rohstoffs durch CO2 zu ersetzen und damit im Sinne einer Kreislaufwirtschaft auch den CO2-Fu?abdruck der Chemieproduktion zu verringern, ist Ziel des eBIOCO2n-Projekts. Die Forscher m?chten CO2 für die Herstellung von diversen chemischen Produkten nutzen. Mithilfe von Strom aus Wind- und Wasserkraft oder Fotovoltaik wollen sie das Klimagas dabei in synthetische biochemische Prozesse einspeisen, die der natürlichen Fotosynthese nachempfunden sind. Sie kombinieren dafür Ans?tze der Bioelektrochemie, Enzymbiologie und Synthetischen Biologie. So entwickeln sie Bioelektroden, um mit Strom Enzyme anzutreiben, die gemeinsam CO2 in verwertbare chemische Substanzen umwandeln. Diese künstliche Enzymkaskade werden die Wissenschaftler mithilfe der Synthetischen Biologie so optimieren, dass der Prozess m?glichst effizient abl?uft. Schlie?lich werden sie im Rahmen des Projekts einen Demonstrator bauen, der aus CO2 die Aminos?uren Alanin, Glycin und Aspartat erzeugt, um die Machbarkeit der stromgetriebenen biokatalytischen CO2-Konversionen zu beweisen.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Grenzfl?chen- und Bioverfahrenstechnik IGB
Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie

Laufzeit: 2019 – 2023

TWISTER – Turbulentes Wetter in strukturiertem Terrain

Wolken stellen Klimaforscher und Wetterdienste immer noch vor viele Fragen. Wann sie entstehen, unter welchen Bedingungen sie Niederschlag bilden, und auch unter welchen Umst?nden sie sich wieder aufl?sen, untersuchen die Forscher des TWISTER-Projekts. Diese Prozesse in Modellen wiedergeben zu k?nnen, ist für lokale Wettervorhersagen wichtig, nicht zuletzt für Warnungen vor Extremwettern. Fest steht, turbulente Luftstr?mungen spielen in der Wolkenphysik eine zentrale Rolle. Die Prozesse k?nnen Forscher bislang aber auch deshalb nicht vollst?ndig erfassen, weil dabei Zirkulationen im Ma?stab von Kilometern oder einigen 100 Metern bis hin zu Verwirbelungen im Millimeterma?stab mitmischen. Auf lokale Wetterereignisse hat zudem die Struktur des Gel?ndes einen gro?en Einfluss, und zwar nicht nur Berge, an denen sich oft Wolken stauen, sondern etwa auch H?userschluchten in St?dten. Die TWISTER-Forscher entwickeln nun ein LiDAR-System, mit dem sie Str?mungen bis hin zu einem Kubikmeter dreidimensional aufl?sen und auch die Temperatur sowie Feuchtigkeit der Luft messen k?nnen. Dafür setzen sie drei synchronisierte Laser ein, die mit unterschiedlichen Farben die verschiedenen physikalischen Gr??en bestimmen. Ein solches LiDAR-Ger?t k?nnten viele Anwender etwa für atmosph?rische Studien nutzen. Im TWISTER-Projekt erg?nzen die Forscher die LiDAR-Untersuchungen durch detailliertere Analysen der Wolkenmikrophysik, für die sie in interessante Teile einer Wolke einen Ballon mit Messger?ten steigen lassen. Aus den gesammelten Daten entwickeln sie dann Modelle, die Effekte in den verschiedenen Gr??enordnungen berücksichtigen.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM
Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Laufzeit: 2019 – 2022

ClusterBatt – Bildung von Metallclustern in Kohlenstoffmaterialien – sichere Anoden für zyklenstabile Batterien mit Hoher Energiedichte

Damit Strom künftig vor allem aus regenerativen Quellen flie?en kann, braucht es nicht zuletzt leistungsf?hige Speicher – zum Beispiel Batterien, die Materialien aus gut verfügbaren Rohstoffen nutzen. Die sind auch gefragt, wenn Elektroautos zunehmend herk?mmliche Fahrzeuge ersetzen sollen. Im Projekt Clusterbatt entwickeln Forscher Materialien für Lithium- oder Natrium-Batterien, die diesen Anspruch erfüllen sollen. Sie haben es dabei konkret auf die Anode, also den Minuspol der Stromspeicher abgesehen. Dass es dafür bislang keine befriedigende L?sung gibt, schr?nkt die Leistungsf?higkeit von Batterien derzeit entscheidend ein. Die ClusterBatt-Forscher setzen daher auf Kohlenstoff mit mikroskopisch kleinen Poren, deren Gr??e und Form sie gezielt einstellen. In den Poren soll sich das Lithium oder künftig auch Natrium beim Laden in Form von Clustern, also winzigen K?rnern sammeln. Die Anoden herk?mmlicher Lithium-Batterien bestehen zwar auch aus Kohlenstoff, aber in Form von Grafit, zwischen dessen Schichten sich die Metallatome jeweils einzeln ablagern. Deshalb erreichen g?ngige Kohlenstoffanoden keine hohe Speicherdichten. Anoden aus dem reinen Metall oder einer Legierung sind ihnen in dem Punkt zwar deutlich überlegen, lassen sich aber nicht so oft laden sowie entladen und neigen zudem zu Kurzschlüssen, weil sich die Metalle ihnen nicht in kontrollierter Weise abscheiden, sondern etwa ?ste zur Katode bilden. Durch die Kombination von por?sem Kohlenstoff mit Metallclustern wollen die Forscher nun die Vorzüge der derzeit eingesetzten Materialien verbinden, ohne deren Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT
Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzfl?chenforschung

Laufzeit: 2019 – 2022

Akustogramme – Ein neuer Ansatz für 3D-Ultraschall

Ultraschall findet in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung, von simplen sensorischen Systemen wie beispielsweise der Abstandsmessung im Auto bis hin zu aufwendigen Bildgebungsverfahren in der Medizin. Die dafür notwendigen komplexen Schallfelder werden bisher durch viele einzelne Schallwandler erzeugt. Diese ben?tigen jedoch jeweils eine eigene elektrische Ansteuerung, was sie zum einen teuer macht; zum anderen erschwert dies eine Miniaturisierung. Doch gerade die Miniaturisierung w?re für viele medizinische Anwendungen, wie beispielsweise neuere Endoskopieverfahren, von Interesse. Um dieses Problem zu l?sen, haben die Forscher des Projekts Akustogramme ein Verfahren entwickelt, das Schallfelder nach einem ?hnlichen Prinzip erzeugt wie ein Hologramm ein Lichtfeld wiedergibt, das einen dreidimensionalen Eindruck vermittelt. Eine statische Phasenplatte formt ein Schallfeld mithilfe einer strukturierten Oberfl?che: Schall braucht unterschiedlich lange, um durch unterschiedlich dicke Bereiche zu wandern. Wie eine Phasenplatte strukturiert sein muss, berechnen die Forscher eigens für jedes Schallfeld. Um die Methode reif für praktische Anwendungen zu machen, und um dreidimensionale Schallfelder zu generieren, entwickeln die Wissenschaftler der Kooperation unter anderem effiziente Verfahren, die Schallfelder und die Struktur der Phasenplatten, die diese erzeugt, zu ermitteln. Sie setzen dabei auf Methoden des maschinellen Lernens. Au?erdem wollen sie die M?glichkeiten der Akustogramme nutzen, um g?ngige Ultraschall-Techniken etwa für die Medizin kompakter und pr?ziser zu machen.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik
Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart

Laufzeit: 2018 – 2022

Glyco3Display – Zucker-DNA-Kombimoleküle als neue antimikrobielle Agenzien

Die Suche nach zuckerbasierten Wirkstoffen gegen Krankheitserreger zu erleichtern und entsprechende Substanzen aufzuspüren – das sind Ziele des Glyco3Display-Projektes. Die Mehrfachzucker, Glykane genannt, sollen Proteine auf der Oberfl?che von Bakterien oder Viren blockieren, mit denen sich die Mikroben an Zellen in unserem Organismus heften und in diese eindringen. Um solche Stoffe zu identifizieren, stellen die Forscher mit einer effizienten Methode, die sie bereits entwickelt haben, viele unterschiedliche Glykane her. Die Mehrfachzucker fixieren sie auf DNA-Str?ngen, die wie japanische Origami-Kunst zu starren Gerüsten gefaltet sind. Auf den DNA-Gerüsten sind die Zuckermoleküle in festgelegtem Abstand zueinander platziert. So bilden die Forscher nach, wie Glykane auf den Oberfl?chen von Zellen angeordnet sind. Die Verbindungen aus DNA und verschiedenen Zucker werden die Wissenschaftler zum einen in gel?ster Form testen. Dabei werden sie mithilfe von Farbstoffmolekülen, die sie am DNA-Gerüst und am Zuckerende befestigen, auch analysieren, ob die Zucker in der L?sung in gebogener oder gestreckter Form vorliegen. Das gibt Hinweise auf die Struktur, die tats?chlich an die Erreger-Proteine bindet. Zum anderen werden die Forscher die Zucker mit und ohne DNA mithilfe einer eigens entwickelten Methode auf Chips fixieren, um viele verschiedene Kandidaten parallel zu untersuchen. Glykane, die sich in den Tests bew?hren, werden schlie?lich auch in Tieren als Abwehrstoffe für Krankheitserreger geprüft.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI)
Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzfl?chenforschung, Goelm

Laufzeit: 2018 – 2022

High-QG – Optomechaniken hoher Güte für quantenrauschlimitierte Gravitationswellendetektion

Die ?ra der Gravitationswellen-Astronomie hat gerade erst begonnen. Künftig m?chten Astrophysiker über die winzigen Verzerrungen der Raumzeit kosmische Ereignisse noch genauer beobachten. Dafür wollen die Forscher des High-QG-Projektes die Laser-Interferometer, die ihnen als Detektoren für die Gravitationswellen dienen, noch empfindlicher machen. Zu diesem Zweck setzen sie bei den reflektierenden dünnen Beschichtungen der Spiegel an, zwischen denen ein Laserstrahl hin und her l?uft und sich mit sich selbst überlagert. Die Physiker wollen das thermische Rauschen dieser Beschichtungen reduzieren. Dieses Rauschen entsteht, weil Materialien durch die W?rmebewegung wabern, was mit Spiegelauslenkungen zu verwechseln ist, die auch etwa durch die Verschmelzung besonders schwerer schwarzer L?cher ausgel?st werden kann. Da das Rauschen bei den teilweise weichen Dünnschicht-Materialien gr??er ist als bei h?rteren Materialien wie Silizium, entwickeln die Forscher nanostrukturierte Oberfl?chen für diese Materialien. So entstehen Wellenleiter, die Licht genauso gut reflektieren wie die herk?mmlichen Schichten. Nach einem verwandten Konzept funktionieren photonische Kristalle, die zum Beispiel auch manchen Schmetterlingsflügeln ihre leuchtende Farbe geben.

Darüber hinaus optimieren die Wissenschaftler Beschleunigungssensoren, die Erschütterungen der Erdoberfl?che besonders genau messen. Das hilft Astrophysikern die irdischen Signale der Detektoren, die den Spuren einer gekr?uselten Raumzeit sehr ?hneln, aus ihren Daten herausrechnen. Auch die Empfindlichkeit der Beschleunigungssensoren wird durch thermisches Rauschen beeintr?chtigt, und zwar in Gelenken in diesen Sensoren. Indem sie diese Gelenke aus h?rteren Materialien wie Glas oder Diamant herstellen und die Komponenten der Sensoren mittels neuer Techniken quasi monolithisch miteinander verbinden, k?nnen sie auch hier die ungewollte Restbewegung reduzieren.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF)
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), Potsdam-Golm

Laufzeit: 2018 – 2021

COSPA – Comb Spectroscopy for Process Applications

Wenn Chemiker Autoabgase oder die Prozesse in einem chemischen Reaktor analysieren, müssen sie derzeit einen Kompromiss eingehen: Für aussagekr?ftige Infrarot-Messungen k?nnen sie entweder ein sperriges und recht langsames Fourier-Transformationsspektrometer verwenden, das zwar eine gro?e Zahl von Substanzen gleichzeitig nachweist, deren Konzentration aber nicht besonders pr?zise bestimmt. Oder sie nutzen ein kompaktes und schnelles Laserspektrometer, das sehr genau misst, aber nur einen Stoff. Die Forscher des COSPA-Projekts entwickeln nun ein Ger?t, das die Vorteile beider Instrumente vereinigt. Sie setzen dabei auf Frequenzk?mme, in denen sich scharfe Linien unterschiedlicher Lichtfarbe wie die Zinken eines Kamms aneinanderreihen. Die Lichtk?mme werden mit optischen Kniffen aus einem Laserstrahl erzeugt und wurden ursprünglich entwickelt, um die Frequenz, also die Farbe von Licht sehr pr?zise zu messen. Die COSPA-Forscher wollen zwei Frequenzk?mme für die Infrarot-Analysen einsetzen: Einen als Lichtquelle, mit der sie eine Probe bestrahlen. Mit einem weiteren analysieren sie das Licht, das die Probe verl?sst. Aus den Messungen, welche Lichtfarbe in welchem Ausma? von der Probe absorbiert wurde, schlie?en sie dann auf die Substanzen in der Probe und deren Konzentrationen. Für praktische Anwendungen müssen die Forscher diese Doppelkamm-Spektroskopie, die sie bereits in der Grundlagenforschung einsetzen, für den mittleren Infrarot-Bereich des optischen Spektrums weiterentwickeln. Dafür gibt es bislang aber kaum entsprechende optische Instrumente. Sobald die Forscher mit einem Pilotger?t nachgewiesen haben, dass das Verfahren für die angestrebten Anwendungen prinzipiell geeignet ist, werden sie einen kompakten Prototyp konstruieren, den zudem nicht nur Experten bedienen k?nnen.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für physikalische Messtechnik IPM
Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching

Laufzeit: 2017 – 2020

CoAvatar – Kollaboratives r?umliches Probleml?sen

Teamarbeit soll künftig auch in der virtuellen Realit?t m?glich sein, zum Beispiel bei der Konstruktion von Autos. Fahrzeugentwickler sitzen dabei oft zusammen und diskutieren etwa, wie Motor, Elektronik und Stauraum im Auto platziert werden sollen. Eine Software, die es ihnen erlaubt, das an einem virtuellen Modell auch gleich auszuprobieren, wollen Forscher im Projekt CoAvatar entwickeln. Ein besonderes Augenmerk legen sie dabei auf die Frage, welche Ansicht jeder einzelne Mitarbeiter im Display vor seinen Augen (kurz HMD für head-mounted display) sehen sollte, damit die Elemente nachher am sinnvollsten platziert sind: Soll allen Entwicklern dieselbe Perspektive vorgespielt werden, oder ist es besser, wenn sie wie in einem realen Modell, alle unterschiedliche Blickwinkel einnehmen. Um ?hnliche Fragen geht es auch in einem zweiten Vorhaben von CoAvatar. Die Forscher m?chten n?mlich auch herausfinden, wie eine Rettungsmannschaft bei schlechter Sicht etwa durch Feuerrauch am effektivsten durch eine erweiterte Realit?t unterstützt werden kann, wenn sie ein Geb?ude nach Opfern durchsucht: Reicht es, wenn allen Einsatzkr?ften ein Kompass in das Display einer Brille eingeblendet wird? Oder sollten sie auch Umrisse des Geb?udes sehen und darin sogar angezeigt bekommen, wo sich ihre Kollegen gerade befinden? Um Rettungskr?fte und Autobauer m?glichst gut zu unterstützen, untersuchen die Wissenschaftler zun?chst die grundlegenden Prozesse, in denen Menschen r?umliche Probleme wie Suchen oder Packen gemeinsam l?sen. Auf Basis der Erkenntnisse, die sie dabei gewinnen, wollen sie Teamarbeit in virtuellen R?umen dann m?glichst effektiv gestalten.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen

Laufzeit: 2017 – 2021

DiaNMR - Kernspinresonanzspektroskopie auf Nanoebene

Sensoren, die magnetische Felder auf wenige Nanometer genau messen, k?nnten zahlreiche Anwendungen finden. Zum Beispiel bei der Produktion von Festplattenspeichern, die immer mehr Daten aufnehmen sollen. Bei der Herstellung der magnetischen Speichermedien, die immer fehleranf?lliger wird, je dichter die Daten darauf gepackt werden, k?nnten magnetische Nanosensoren genau ausmessen, welche Bereiche der Festplatte defekt sind. Diese lie?en sich dann vom Schreib-Lesevorgang ausschlie?en, w?hrend die Festplatte an sich sehr wohl Verwendung findet. Das k?nnte den Ausschuss und die Kosten der Produktion deutlich senken.

Magnetische Nanosensoren, die das erm?glichen, gibt es mit Stickstoff-Fehlstellen in Diamanten bereits. Sie funktionieren nach einem ?hnlichen Prinzip wie Kernspintomografen in der Medizin. Die Wissenschaftler des DiaNMR-Projektes suchen nun einen Weg, die Stickstoff-Defekte in künstlichen Diamanten gezielt zu dosieren, um die Sensoren reif für eine breite Anwendung zu machen. Sie verfolgen dabei zwei Ans?tze. Zum einen m?chten sie winzige Diamanten erzeugen, in denen jeweils nur ein Defekt als Messsonde dient. Mit solch einem Sensor k?nnten Rasterkraftmikroskope Proben wie etwa magnetische Festplatten mit hoher Aufl?sung abtasten. Zum anderen arbeiten die Forscher an Diamantchips, die eine gr??ere Zahl der Stickstoffdefekte enthalten. Solche Chips k?nnten in Fluoreszenzmikroskopen zum Einsatz kommen, da sich die Messwerte der einzelnen Defekte mit dem Laser des Mikroskops einfach auslesen lassen.

Solche Sensoren w?ren nicht nur für die Qualit?tskontrolle von Festplatten nützlich, sondern auch, um in einem Messvorgang gleichzeitig Informationen über die r?umliche Struktur und die chemische Zusammensetzung von Oberfl?che gewinnen zu k?nnen. Sie k?nnten aber auch Kernspin-Untersuchungen an einzelnen Proteinen in lebenden Zellen und damit v?llig neue Einblicke in die Funktionsweise von Proteinen erm?glichen.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festk?rperphysik IAF
Max-Planck-Institut für Festk?rperforschung

Laufzeit: 2016 - 2019

PowerQuant – leistungsf?higere Faserlaser

Extrem starke Laser sind an vielen Stellen gefragt. Die Industrie braucht sie als effiziente Werkzeuge, etwa zum Schneiden, Schwei?en oder für den 3D-Druck; die Wissenschaft nutzt sie als feinfühlige Messinstrumente. Laserlicht in einer Glasfaser zu verst?rken, ist eine M?glichkeit, die Lichtintensit?t zu steigern. Doch diese Methode st??t an ihre Grenzen: Wenn die Lichtintensit?t stark steigt, wird das Intensit?tsprofil des Lasers unregelm??ig verzerrt – der Laser rauscht. Das Maximum der Intensit?t liegt dann nicht mehr in der Mitte des Strahls, wo es sich Industrie und Wissenschaft wünschen, um pr?zise arbeiten zu k?nnen.

Um mit einem Faser-Laser sehr intensives Licht zu erzeugen, das nur noch so wenig rauscht wie es die fundamentalen Gesetze der Quantenphysik zulassen, verfolgen die Wissenschaftler von PowerQuant verschiedene Ans?tze. So wollen sie das Laserlicht mit einem flexiblen Spiegel in die Glasfaser einspeisen, und so die Schwankungen im Intensit?tsprofil ausgleichen. Hierzu haben sie eine Messmethode entwickelt, mit der sie st?ndig verfolgen, wie die Intensit?t in der Faser schwankt. Auf Basis der Messergebnisse ermitteln sie dann in Bruchteilen einer Sekunde die Steuerbefehle für den Spiegel.

Au?erdem m?chten die Forscher das Licht eines Lasers aufspalten, in mehreren Fasern statt in einer einzigen verst?rken und die verschiedenen Strahlen dann wieder zusammenführen. Damit die besondere Eigenschaft eines Lasers, dass seine Lichtwellen alle im Gleichtakt schwingen, dabei nicht verloren geht, müssen sie extrem pr?zise arbeiten.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

Laufzeit: 2016 - 2019

ZellMOS – Elektrisch selbstkontaktierende Zell-3D-Nanoelektroden auf CMOS

Leistungsf?higere und kleinere Implantate etwa für die Netzhaut oder die Cochlea k?nnten vielen Menschen das Leben erleichtern. Eine Voraussetzung dafür wollen Forscher des CMOS-Projekts schaffen. Sie m?chten eine dauerhaft stabile elektronische Kopplung zwischen lebenden Zellen und Halbleiterschaltungen, genauer gesagt sogenannten Metall-Oxid-Halbleitern (CMOS), erm?glichen. CMOS-Bauelemente sind in der Elektronik heute Standard, weil sie eine hohe Dichte von Transistoren erm?glichen, energieeffizienter und weniger fehleranf?llig sind als andere Techniken. Nervenzellen bauen jedoch keinen stabilen Kontakt zu ihnen auf.

Zwei Entwicklungen von Max-Planck- und Fraunhofer-Forschern sollen helfen, das zu ?ndern. Zum einen haben Max-Planck-Wissenschaftler entdeckt, dass Zellen einen über lange Zeit stabilen elektrischen Kontakt zu nadelf?rmigen Elektroden aufbauen, die dünner als 400 Nanometer sind. Solche Elektroden etwa aus dem Edelmetall Ruthenium nehmen die Zellen unbeschadet in ihr Inneres auf, w?hrend Nervenzellen heute üblicherweise nur von au?en durch Elektroden kontaktiert werden und sich rasch wieder von solchen Kontakten l?sen.

Fraunhofer-Forscher haben zum anderen einen Weg gefunden, dreidimensionale Nanostrukturen auf CMOS-Schaltungen zu integrieren. Das haben sie nun auch mit den nadelf?rmigen Nanoelektroden vor, um eine direkte und effiziente elektronische Verbindung zu Nervenzellen, die in beide Richtungen funktioniert und vor allem langfristig stabil bleibt, zu schaffen.

Beteiligte Institute:
Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS
Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart

Laufzeit: 2016 - 2020

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